Smart Meter: Alles, was Sie wissen müssen
Smart Meter: Das Wichtigste in Kürze
- Ein Smart Meter ist ein intelligentes Strommesser, der den Stromfluss in 15-Minuten-Intervallen misst und die Daten automatisch an den Messstellenbetreiber sendet.
- Die Smart-Meter-Pflicht gilt ab 6.000 kWh Jahresverbrauch, bei Photovoltaikanlagen über 7 kWp oder bei steuerbaren Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen, Wallboxen und Stromspeichern.
- Die Kosten liegen für die meisten Haushalte bei 20 - 100 € pro Jahr.
- In Kombination mit dynamischen Stromtarifen lassen sich durch gezieltes Verbrauchsmanagement mehrere hundert Euro pro Jahr einsparen.
- Der Einbau dauert weniger als eine Stunde und wird vom Messstellenbetreiber durchgeführt.
Was ist ein Smart Meter und wie funktioniert er?
Ein Smart Meter ist ein intelligenter Strommesser. Daher wird er auch “intelligentes Messystem (iMSys)” genannt. Er besteht aus einem digitalen Stromzähler und einem Kommunikationsmodul, dem sogenannten “Smart-Meter-Gateway”). Der Smart Meter misst den Stromverbrauch in 15-Minuten-Intervallen und übertragt die Daten automatisch und verschlüsselt direkt an den Messstellenbetreiber.
In der Praxis werden drei Begriffe oft verwechselt:
Der wichtigste Unterschied zu anderen Stromzählern ist, dass nur der Smart Meter Daten senden und empfangen kann. Das ist die Voraussetzung für dynamische Stromtarife und die Fernsteuerung von steuerbaren Verbrauchern wie Wärmepumpen oder Stromspeichern.
Damit die Datenflüsse funktionieren, braucht es das Smart-Meter-Gateway. Dieses verbindet den Zähler mit dem Messstellenbetreiber und dem Stromnetz.
Gut zu wissen: Alle Smart-Meter-Gateways in Deutschland müssen vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert sein. Dadurch wird sichergestellt, dass die Datenübertragung nach höchsten Sicherheitsstandards erfolgt.
Wie viel kostet ein Smart Meter?
Ein Smart Meter kostet in der Regel zwischen 20 - 100 € pro Jahr. Wer der Smart-Meter-Pflicht unterliegt, zahlt maximal 50 € pro Jahr, wie die Tabelle unten zeigt. Dazu kommen noch 50 € für die Haushalte, die eine steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG haben, also zum Beispiel eine Wärmepumpe. Insgesamt liegen die Kosten dann bei 100 € pro Jahr.
Auch wer sich freiwillig einen Smart Meter einbauen lässt, zahlt in der Regel bis zu 100 € pro Jahr.
Die folgende Tabelle zeigt die gesetzlichen Preisobergrenzen im Überblick:
Für wen gilt die Smart-Meter-Pflicht?
Die Smart-Meter-Pflicht gilt für Haushalte
- mit einem Jahresverbrauch über 6.000 kWh,
- einer Photovoltaikanlage ab 7 kWp
- oder einer steuerbaren Verbrauchseinrichtung wie Wärmepumpe oder Wallbox ab 4,2 kW.
Gut zu wissen: Auch ohne Smart-Meter-Pflicht können Haushalte freiwillig den Messstellenbetreiber wechseln und sich ein Smart Meter einbauen lassen.
Wie lange dauert der Einbau eines Smart-Meters?
Der Smart-Meter-Einbau wird vom Messstellenbetreiber durchgeführt udn dauert in der Regel nicht länger als eine Stunde. Bei älteren Zählerschränken oder notwendigen Anpassungen kann der Einbau aber auch länger dauern. Die Anwesenheit des Hauseigentümers oder einer bevollmächtigten Person ist notwendig, um den Zugang zum Zählerbereich zu gewährleisten.
Kann ich den Smart-Meter-Einbau verweigern?
Wer der Smart-Meter-Pflicht unterliegt, kann den Einbau aufgrund der gesetzlichen Einbaupflicht nicht verweigern. Das schreibt das Messstellenbetriebsgesetz vor.
Für alle anderen Haushalte gilt: Der Messstellenbetreiber entscheidet, ob ein digitaler Stromzähler oder ein Smart Meter verbaut wird. Auch hier besteht kein direktes Verweigerungsrecht. Haushalte können aber den Messstellenbetreiber wechseln, falls sie mit der Entscheidung nicht einverstanden sind.
Was misst ein Smart Meter?
Das Smart Meter misst den Stromfluss in 15-Minuten-Intervallen. Dadurch zeigt er, wann wie viel Strom verbraucht oder eingespeist wurde.
Wer kann auf die Smart-Meter-Daten zugreifen?
Auf die Smart-Meter-Daten haben nur gesetzlich berechtigte Stellen Zugriff, vor allem der Messstellenbetreiber, der Netzbetreiber und der Stromversorger. Das Smart-Meter-Gateway überträgt die Daten dorthin verschlüsselt.
Gut zu wissen: Jedes Gateway ist vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert und erfüllt die höchsten Sicherheitsstandards für kritische Infrastruktur in Deutschland. Unbefugte Dritte haben also keinen Zugang zu den Daten.
Wie kann ein Smart Meter dabei helfen, die Stromkosten zu senken?
Ein Smart Meter kann helfen, die Stromkosten zu senken, indem es den Verbrauch in Echtzeit sichtbar macht und die Nutzung dynamischer Stromtarife ermöglicht. Mögliche Einsparungen entstehen jedoch nicht automatisch. Dafür muss man den Verbrauch aktiv steuern oder ein intelligentes Energiesystem einsetzen, das Verbrauch und Erzeugung automatisch koordiniert.
Wichtig: Es geht nicht darum, möglichst unabhängig vom Stromnetz zu werden. Ziel ist es, immer den günstigsten Strom zu nutzen. Das kann der eigene Solarstrom sein, aber auch Netzstrom, wenn die Börsenpreise gerade niedrig oder sogar negativ sind.
Wie kann man die Stromkosten möglichst stark senken?
Für wen lohnt sich ein Smart Meter wirklich?
Ein Smart Meter lohnt sich besonders für Haushalte mit Photovoltaikanlage, Wärmepumpe oder Wallbox in Kombination mit einem dynamischen Stromtarif. In diesen Fällen übersteigen die jährlichen Einsparungen die Kosten deutlich.
Aber auch für Haushalte mit geringerem Stromverbrauch und ohne steuerbare Verbraucher kann sich ein Smart Meter lohnen. Sowohl die Transparenz über den Stromverbrauch als auch der Zugang zu dynamischen Stromtarifen sorgen hier für langfristige Ersparnisse.
Hier können Sie ein Smart Meter für Ihr Zuhause anfragen:
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