Messstellenbetreiber: Wechsel & Kosten einfach erklärt
Messstellenbetreiber: Das Wichtigste in Kürze
- Der Messstellenbetreiber ist das Unternehmen, das den Stromzähler einbaut, betreibt, wartet und die Verbrauchsdaten übermittelt.
- Jeder Haushalt hat automatisch einen grundzuständigen Messstellenbetreiber zugewiesen, meist ist das der örtliche Netzbetreiber.
- Die jährlichen Kosten liegen für die meisten Haushalte je nach Zählertyp zwischen 20-100 €.
- Ein Wechsel zu einem wettbewerblichen Messstellenbetreiber ist jederzeit möglich und kann Kosten sparen oder zusätzliche Funktionen bieten.
Was macht der Messstellenbetreiber?
Der Messstellenbetreiber ist das Unternehmen, das Stromzähler einbaut, betreibt und wartet. Außerdem übermittelt es die Verbrauchsdaten an Netzbetreiber und Stromlieferanten. Ohne Messstellenbetreiber wüsste niemand, wie viel Strom von Haushalten verbraucht oder ins Netz eingespeist wird.
Messstellenbetreiber werden automatisch für alle Haushalte in Deutschland zugewiesen. Meist übernimmt der örtliche Netzbetreiber diese Aufgabe, also das Unternehmen, dem auch die Stromleitungen in der Region gehören. Haushalte können den Messstellenbetreiber aber auch wechseln - mehr dazu unten.
Gut zu wissen: Der Messstellenbetreiber ist nicht der Stromanbieter. Der Stromanbieter liefert die Energie, der Messstellenbetreiber misst sie.
Was ist der Unterschied zwischen Messstellenbetreiber und Netzbetreiber?
Der Messstellenbetreiber ist für den Zähler verantwortlich, kümmert sich also vor allem um die Messung und Erfassung der Stromflüsse.
Der Netzbetreiber sorgt dafür, dass der Strom physisch vom Kraftwerk bis zur Steckdose fließt. Er baut Leitungen, wartet Trafostationen und stellt die Netzstabilität sicher.
In vielen Fällen ist beides dasselbe Unternehmen. Denn der örtliche Netzbetreiber übernimmt in seinem Gebiet meistens automatisch auch die Rolle des grundzuständigen Messstellenbetreibers. Trotzdem sind es zwei verschiedene Aufgaben mit getrennter Abrechnung.
Was ist der Unterschied zwischen grundzuständigen und wettbewerblichen Messstellenbetreibern?
Der grundzuständige Messstellenbetreiber (gMSB) übernimmt die Versorgung aller Haushalte in seinem Netzgebiet, die keinen anderen Anbieter gewählt haben. Diese Zuweisung erfolgt automatisch. In der Regel ist der gMSB der örtliche Netzbetreiber.
Wettbewerbliche Messstellenbetreiber (wMSB) sind unabhängige Unternehmen, die sich oft auf Smart Meter spezialisiert haben. Sie bieten häufig kürzere Wartezeiten beim Einbau, bessere Apps zur Verbrauchsanalyse oder günstigere Konditionen.
Woher weiß ich, wer mein Messstellenbetreiber ist?
Der Messstellenbetreiber ist in der Regel auf der Stromrechnung oder auf dem Stromzähler vermerkt. Alternativ kann der Netzbetreiber oder Stromanbieter sagen, wer der Messstellenbetreiber ist.
Option 1: Zählerschrank und Stromzähler
Am Zählerschrank oder Stromzähler ist häufig ein Aufkleber mit dem Namen des Messstellenbetreibers. Bei neueren digitalen Zählern ist der Betreiber oft direkt auf dem Gerät erwähnt.
Option 2: Stromrechnung
Die Jahresabrechnung des Stromanbieters enthält einen eigenen Bereich für den Messstellenbetrieb. Dort steht der Name des zuständigen Unternehmens sowie der Jahresbetrag.
Option 3: Netzbetreiber
Falls die Stromrechnung keine Auskunft gibt, kann der örtliche Netzbetreiber weiterhelfen und Auskunft geben.
Option 4: Stromanbieter
Der Stromanbieter kennt den zuständigen Messstellenbetreiber und kann auf Anfrage Auskunft geben.
Wie hoch sind die Kosten für den Messstellenbetrieb?
Die jährlichen Kosten für den Messstellenbetrieb liegen meistens zwischen 20 € und 100 €, abhängig vom Zählertyp und der individuellen Verbrauchssituation. Für Haushalte mit Smart-Meter-Pflicht gelten gesetzliche Preisobergrenzen, die im Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) festgelegt sind. Der Einbau eines neuen Zählers ist in der Regel kostenfrei und wird vom Messstellenbetreiber übernommen.
Die Tabelle zeigt typische Kosten nach Zählertyp im Überblick:
Gut zu wissen: Für steuerbare Verbraucher nach § 14a EnWG kommen 50 € pro Jahr hinzu.
Lohnt sich der Wechsel des Messstellenbetreibers?
Seit 2008 können Haushalte ihren Messstellenbetreiber frei wählen. Dieses Recht ist gesetzlich festgeschrieben. Das heißt: Ein Wechsel des Messstellenbetreibers ist jederzeit möglich.
Gut zu wissen: Der Wechsel selbst ist kostenlos, nur die regulären Jahresgebühren des neuen Anbieters fallen an.
Der Prozess ist einfach:
- Neuen Messstellenbetreiber auswählen.
- Vertrag abschließen.
- Kündigung und Anmeldung beim Netzbetreiber (übernimmt der neue Messstellenbetreiber).
- Terminvereinbarung und Installation.
Der gesamte Wechselprozess dauert bei wettbewerblichen Messstellenbetreibern wie metrify oder Deutsche Messwesen etwa 4 bis 8 Wochen.
Hier können Sie ein Smart Meter für Ihr Zuhause anfragen:
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